~ fragen ~
Seifenblasen im Wind
mein Leben ein Lied
strauchelnd im Sturm der Gezeiten
Wohin wird es gehen?
Wo ist der Weg?
Nur fort, immer fort..
Lügen und Spielchen
Mienen und Gesten
der Wind bläst sie fort
Was bleibt, ist ein Ton,
klar und unverfälscht
in meinem Innersten..
Und wenn fremde Hände
grob und völlig ungewiss
an mir kleben bleiben,
streife ich sie
mit einer Maske ab.
Ich gehöre mir.
Laß sie reden,
laß sie sprechen und schimpfen.
Der Wind ist mein Freund.
Nur fort, immer fort,
der Tanz meiner Seele
ist nur für mich bestimmt.
Wehe, Wind, wehe,
und zerplatze die Seifenblasen,
damit mein Lied erklingen kann.
Geschrieben am 19.02.2007
Ich wußte nicht, daß ich damals auch so Positives sehen konnte.. Dieses alte Gedicht hat mich seltsam berührt. "Ich gehöre mir." - war das ich, die das damals so klar sagen konnte, nur einen Monat vor dem verhängnisvollen Suizidversuch?
mondstreif - 13. Jul, 15:57
Was liegt vor uns, was bleibt hinter uns zurück?
Die Zeit dehnt sich aus und zieht sich zusammen, endlos, schwimmend, kriechend und lang. Tag für Tag fliegt wie im Wachtraum vorbei, verschwommen, mit Momenten voller Schatten und voller Sonnenschein.
Warum ist mein Leben immer so surreal, so abstrakt, so unlogisch, daß ich mich manchmal am liebsten kneifen möchte, um zu vergewissern, daß d a s die Wirklichkeit ist?
Welten stoßen unbarmherzig aneinander, schieben sich gegenseitig fort. In jeder Welt steht da eine andere Fassade, manche fester, manche weicher, und alle irgendwie fremd und doch gleich. Aber wie vereinbart man so scharfe Kontraste?
Ein Blick zurück zeigt mittlerweile immer größer werdende Zeitabschnitte, in denen sich Verhaltensweisen, Denkarten und Gefühle sehr dauerhaft halten, und dennoch - es ist so viel geschehen. Wie kann es sein, daß vor weniger als 36 Stunden noch alles so drastisch anders war? Wer würde glauben, wenn man die unlogische, verrückte Wahrheit über diese konturlose Person direkt schildern würde? Die Welt, die ich grade verließ, glaubt an meine Stärke, an Kraft, Mut, Entschlossenheit und Courage. Die Welt, in die ich in wohl drei Wochen eintauche, beschäftigt sich mit Schwäche, Angst, Unfähigkeit, Hilfe und allen negativen Gefühlen, die ein Mensch verspüren kann, mit all dem Wahnsinn, was diese Diagnose ausmacht.
Warum besteht mein ganzes Leben bloß aus so vielen Kontrasten, Gegensätzen und Extremen? Ich fühle mich so zerrissen, so verwundet von der ewigen Ambivalenz des Lebens...
mondstreif - 25. Feb, 22:28
Was?
... mache ich morgen?
... soll ich tun?
... muss ich tun?
... will ich eigentlich?
... kann alles passieren?
... ist erlaubt?
Wie?
... weit darf ich gehen?
... soll ich die Fragen beantworten?
... soll ich mich verhalten?
... soll ich reagieren?
... geht es weiter?
... soll ich das nur alles schaffen?
Wann?
... lerne ich endlich?
... sehe ich einen Weg?
... kann ich mich entscheiden?
... wird alles zuende sein?
... werde ich verstehen?
... ist es schädlich, zuviel?
Wieso?
... das alles?
... weitermachen?!
... beenden?
... tu ich mir das alles an?
... überfordert mich alles?
Was wird morgen in der Thera sein? Er weiß zu viel.. Ich habe gravierende Fehler gemacht, hätte ihm das niemals geben dürfen. Ich habe furchtbare Angst vor morgen, schon allein vor der Begegnung. Will weglaufen, irgendwas tun, was es unmöglich macht... Denke schon wieder an S, aber das wäre jetzt feige. Heute wäre es wirklich eine peinliche Flucht.
Wie soll ich mich entscheiden? Wieder einmal stehen welche an, bezüglich meiner Zukunft, und ich hasse Entscheidungen. Noch kann ich mich drücken, in dem ich einfach in der nächsten Woche Bewerbungen an alles schreibe - Ausbildung, EVS, Studium im Frühjahr. Was will ich? Das Medizinstudium, ich will Psychiaterin werden. Aber wie am besten? Ich habe das Warten und anderes tun so satt...
Wann ist das zuviel, was ich mir antu? Ab wann wird es kritisch, mit Alk, mit Tabletten, mit SvV? Ich bin mir nicht sicher... Aber es gab in den letzten vier Wochen wohl nur zwei oder drei Tage insgesamt, an denen ich nichts getrunken hab... Ist das noch gut?
Wieso quäle ich mich eigentlich weiter? Warum? Wieso dann doch immer noch ein neuer Tag? Ich hab die Schnauze eigentlich sooo voll...
Mosyone - 16. Dez, 19:19
Soviele wirre Gedanken, und ich weiß gar nicht, wo die alle herkommen...
Und dabei gab es heute doch so viel Schönes. Warum möchte ich das jetzt zerstören? Halt - ich kenne die Antwort. Weil es sein muss. Weil ich so wahnsinnig bin, daß ich gar nicht gesund und glücklich sein WILL. Weil ich die Krankheit brauche.
Kann das jemand nachvollziehen? Ich kann es nicht. Aber ich weiß, daß ich mich seit Tagen triggere, nur um mich zu dem Punkt zu bringen, wo ich mich haben will. Bewusst falsche Dinge tun, lesen, hören, sagen. Reaktionen provozieren, mich absichtlich runterreißen. Wie verrückt muss man sein, um so etwas selbst zu wollen?
Dabei ist wieder so viel geplant. Eine Einladung zu Kaffee und Kuchen am Mittwoch von jemandem aus dem Theater, meine beste Freundin da und voller Zeit für mich, ein gemeinsames Konzert in meiner alten Schule am Mittwoch Abend (mit dem "Katzenduett" von Rossini...). Warum kann ich dies bisschen Glück und Freude nicht einfach akzeptieren? Warum will ich das nicht für mich? Warum muss ich mich zum Leiden, zum Wahnsinn zwingen?
Vielleicht Selbstschutz, weil ich weiß, daß der Absturz schmerzhafter wird, wenn es mir gut geht. Vielleicht, weil ich so viel Angst vor dem Leben habe, daß ich gar nicht zulassen kann, daß ich es vielleicht leben muss oder sogar will... Ist diese Einstellung durch und durch krank? Oder bin ich nicht doch einfach sowieso "gesund" mit kleinen Kopfmacken? Ach, keine Ahnung...
mondstreif - 13. Nov, 00:41