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~ denken ~

Dienstag, 7. Juli 2009

kleine Selbstreflexion.

Es kann so unglaublich schwierig sein, aus alten Mustern auszubrechen. Eigentlich fasziniert es mich fast selbst, daß ich so töricht immer und immer wieder die gleichen Wege austrete, statt einen neuen zu prägen - doch die Überlegungen, welche an den Wegweisern gleich mit angebracht sind, bleiben überzeugend, und so suchen sich meine Füße selbst die bekannte Straße.

Es gibt keinen Grund, sich darüber zu beklagen, daß man niemanden hat, der einem zuhören würde. Ich weiß, daß es eine Lüge wäre, so etwas zu behaupten, denn sogar mein Verstand ist sich dessen bewusst, daß all die Angebote in diese Richtung ernst gemeint sind und waren. Ebenfalls würde ich mich selbst betrügen, wenn ich behaupten würde, daß ich einfach nicht artikulieren kann, was mich lähmt - und es wäre eine falsche Prophezeiung, sich jetzt wieder hinauszureden, daß eh niemand helfen kann. Das kann ich nicht wissen, über die Zukunft habe ich keine Sicherheit.

Und dennoch bleibt immer noch bestehen, daß ich mich zurückziehe und zunehmend isoliere, desto schlechter es mir geht. Ich werde depressiver? Statt darüber zu reden, schweige ich. Schreibe keine Mails mehr an die Menschen, denen ich am Herz liege, vermeide Treffen mit Kommilitonen. Um Rat zu fragen, bleibt eine unüberwindliche Hürde - desto mehr mich jemand und ich jemand mag, desto größer ist die Hemmung, da zuzugeben, daß nicht alles gut ist. Ich will da nicht als Jammerlappen, als Übertreiber dastehen, will keine Sorgen verursachen, ja, fühle mich ihm gegenüber schlecht, daß es mir nicht gut geht, wo ich doch ihn habe.. Um ihn aber auch nicht anlügen zu müssen, vermeide ich den Kontakt, und die Spirale dreht sich abwärts...
Ehrlich, T., Du bist wirklich wahnsinnig klug. Dämlich trifft es wohl eher..

Samstag, 13. Juni 2009

müde..

..
vom vielen denken.
vom vielen planen.
von zu vielen Hindernissen.
von zu viel träumen.
von zu viel wünschen.
von zu viel Einsamkeit, grade.

"Früher" konnte ich fliehen - in die Störung, in die Stereotypen. Ich konnte mich hinter den Wänden verstecken, die mir durch die Diagnose gegeben worden waren. Wenn ich nicht mehr konnte, war da die Möglichkeit, mit dieser Diagnose, mit der Flucht in die Krankheit Verantwortung abzugeben. Mir in einer Klinik Hilfe zu suchen, auch wenn ich sie nicht dort fand - es war eine Auszeit.

Und jetzt? Ich kann mir nicht mehr vorlügen, daß ich auf einer Akutstation Hilfe finde. Ich kann mir nicht mehr vormachen, die Störung rechtfertige rückfälliges Verhalten, die Störung rechtfertige Resignation.
So sehr ich diesen Stempel, die Stigmatisierung auch gehasst habe, sie bot Entschuldigungen. Und genau die fehlen mir jetzt - gar nicht mal vor anderen.. Vor mir selbst kann ich Versagen, Vermeidungen, Dummheiten nicht mehr verteidigen.

Ich schwanke zwischen so vielen Gefühlen und damit verbundenen Gedanken, Selbstbildern - zwischen unendlich stark und furchtbar schwach, zwischen groß und klein, zwischen erwachsen und kindlich, zwischen selbstbewusst und sehr unsicher. Mal bin ich vernünftig und kompetent, mal völlig überfordert und hilflos.
Krise, irgendwie, und gleichzeitig auch nicht. Wie sehr mich so ein bescheuerter Brief destabilisiert.... -.-

Freitag, 12. Juni 2009

Un tentativo per venire a capo

Ich muss Gedanken sortieren, so vieles schießt mir durch den Kopf - und handschriftlich kann ich es nicht mehr. Schreibblockade, Denkstörungen - ich kann es nicht notieren. Also nutze ich diesen vergessenen, abgelegenen, kaum bekannten Ort, um meine Spinnereien festzuhalten, meine überbrodelnden Gedanken zu sortieren.

Chocolat - ich sehe oftmals DVDs zum essen oder zum entspannen, abends, als Ablenkung. Desto mehr Zeit ich mir ansonsten zum denken gebe, desto destruktiver wird es.
Mit den neuen Erfahrungen, mit dem neuen "Wissen" heute beginnt sich alles in meinem Leben zu drehen, alles muss neu überdacht werden - mir ist der Boden unter den Füßen weggebrochen, ich bin einen Meter oder mehr oder weniger gefallen und auf gänzlich neuem Terrain gelandet - und nun muss ich die Bruchstücke meiner Gedanken, Gefühle, Handlungen, Vergangenheit sichten und sortieren, vielleicht einordnen, vielleicht gänzlich zerbrechen. Ordnen, mich selbst neu finden... Was bin ich, was ist die Störung, die ich in Anteilen wohl habe, was ist angenommen?
Sage einem Menschen über Jahre hinweg, daß er eine Kuh ist, eines Tages wird er zu muhen anfangen. Wieviel von meinen Symptomen habe ich angenommen, um mich - wieder einmal - anzupassen?

Zurück zu meiner Erkenntnis. Plötzlich erklärt sich auch, warum ich mich mit Beziehungen so unsagbar schwer tue.. Die Stimmungsschwankungen, die Sensibilität, all die Gedanken - und dazu noch die Problematik, daß es noch schwerer für mich ist als für andere, einen Partner zu finden, der mir gleichwertig ist. Mit dem ich reden kann, streiten kann, diskutieren kann. Das erklärt auch, warum ich mich von so vielen so viel älteren Männern angezogen fühle - die sind reifer, haben mehr Wissen, mehr Erfahrungen. Gleichaltige - sind nunmal nichts für mich.

Ein Segen? Ein Fluch. Ein Segen?

Samstag, 31. Mai 2008

Nada, niente, nothing

Von nicht funktionierendem WLAN, Therapie und anderen sinnlosen Sachen

Manchmal scheint die Schicksalsfee wirklich in allem ihre FInger zu haben. Als daß es nicht reichen würde, daß diese Woche der seit März vermisste Korpus eines Freundes in Tirol gefunden wurde, als daß es nicht reichen würde, daß ich es schaffte, binnen anderthalb Wochen zwei Freunde zu verlieren, als daß es nicht reichen würde, daß diese Woche in der Therapie extrem hart war und ich an meinen geistigen, seelischen und körperlichen Grenzen stehe, schleppte ich auch noch höchst sinnlos meinen Laptop mit heim, um feststellen zu dürfen, daß mein Vater Internet und Netzwerk umgestellt hatte und ich mit meinen Computern das Netz unerreichbar diagnostizierte.

Manchmal ist das Leben echt ziemlich hart.

Mit liebem Gruße an diejenigen, die jetzt hier tiefgreifende Erkenntnisse und Botschaften erwarteten und nun hoffentlich sich enttäuscht zurücklehnen - ich sage nichts dazu, was wird, ist, war, wie es mir geht, wie es mir ging und wie es mir gehen wird. Zu Erpressungs- und Manipulationsversuchen sage ich erst recht nichts.

Zug ahoi!

Sonntag, 4. Mai 2008

Übers Meer.

Lange herrschte Funkstille dort, wo die Berichte hinsollen. Auch bei vielen Menschen - grad ist mal wieder Kontaktarmut ein interessanter Nebeneffekt von angeblicher Verbesserung und Computermangel. Wie habe ich nur Stunden vor diesem Ding verbringen können, ohne vor Langeweile und Bewegungsmangel irre zu werden? Oh. Ich habe dann jetzt eine neue Erklärungsidee gefunden. ^.^

Acht Wochen sind rum - und die letzten waren besonders mal wieder voller Gedanken, Träume, Überlegungen, Gefühle. Viel sicherlich störungskonform, viel Furcht vor Veränderungen, vor Neuem, vor der Unsicherheit, die das Aufgeben von Verhaltensweisen ohne perfekte Alternative so mit sich bringt. Ich schwelge in Bildern, Übertragungen, in Metaphern und Phantasien, die so sehnsuchts- und trauerbeladen sind, daß sie mich eigentlich niemals glücklich machen können. Und dennoch - vielleicht gibt es eine bestimmte Art menschlichen Fühlens, welche den Schmerz hinter dieser Art von Wahrnehmung der Realität braucht. Ich brauche es.
Langsam könnte es in der Therapie interessant werden, fort von diesen Masken normal symptomatischen Gestörtseins, die ich vor mir errichte und errichtet habe, fort von dem ganzen Kleinkram, womit ich so gerne andere, die mir helfen wollen, beschäftige, ohne sie mir nah kommen zu lassen. Gleichzeitig werde ich bei all dem innerlich immer kleiner in mir, verliere mir, werde in meiner Schlafstörung und in den Dissoziationserlebnissen immer größer. Der Gewichtsverlust lässt Hosen nicht mehr passen.

Dieser Weg ist der richtige - das versuche ich mir immer wieder zu sagen. Doch in der Stille um mich herum bekommen diese Worte ein zu großes Echo, verzerren sich selbst und werden unkenntlich.

Ich vermisse - besonders zwei. Die beiden, die allein diese Stille ein wenig, manchmal, füllen könnten. Doch grade dort ist die Stille so laut...

Samstag, 1. März 2008

absturz

Dann laße ich mich eben wieder fallen. Es ist ja eigentlich auch egal. Aber der Aufwand, den ich für ein paar positive Gedanken betrieb, lohnt nur dann, wenn einem nicht noch das Leben Steine auf den Weg legt.

Wozu betreibe ich Seiltanz über dem Abgrund, wenn jemand mir die Leine wegzieht? Also geb ich wieder einmal auf. Resignation. Ich laße mich fallen, gebe dem Sog nach.

Isolation ist ein Traum, wenn man jeglichen Farben aus dem Weg gehen will. Aber da ich im Moment sowieso niemanden habe, den es stören würde wenn ich mich total zurückziehe, ist es nicht mal ein Rückzug, sondern ein Annehmen der Realität. Allein? Einsam. Aber das ist schon okay.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Lichtspiele..

Irgendwie will es heute gar nicht hell werden, glaube ich... Alles ist in einen grauweißen Schleier gehüllt, der alles verschwommen und undeutlich färbt.
Ich fließe zwischen Schein und Sein... Höre nicht auf, fange nicht an. Groß und klein zugleich, und jeder Schritt ist von stummem Staunen begleitet, ein kleines Wundern, daß der Fuß den Boden erreichen kann... Es ist nicht schlimm, eher ein altbekannter Dauerzustand, seltsam tröstlich und verstörend zugleich.
Der Blick in den Spiegel - irgendwie wirke ich heute noch grauer und kleiner als sonst, ein zunehmend dickes Wesen mit kleinen Augen und Trauer im Blick.. Gestern, auf dem Weg zu Thera, haben sie gefunkelt, und ich habe mit ihm auf der Metaebene Worte, Sätze ausgetauscht, die zwar logisch richtig, aber irgendwie weit von der Wirklichkeit entfernt sind.. Ich denke zwar manchmal von oben, überwache und beobachte mich und spiele mit mir selbst, probiere aus, wie weit ich gehen kann - aber eigentlich passiert trotzdem viel in mir drin, wo ich nicht raus komme. Er sieht in mir nur die Spielerin, die mit dem unglaublich starken Willen, die alles sich zurecht zwingen kann, wenn sie denn will. Die Starke. Aber bin ich das? Ich fühle mich viel kleiner, als alle anderen denken, als sie sehen, bin viel schwächer. Doch es ist gleichgültig... Ihr Blick auf mich zählt, nicht mein kleines dummes subjektives Empfinden.

Sonntag, 11. November 2007

Abwechslung muss sein

So vieles ändert sich. Manchmal muss man auch bewusst etwas ändern, oder? Ich zumindest brauche das regelmäßig..

Also ein neues Blog. Warum? Keine Ahnung. Ob ich hier andere Dinge aufschreibe als im "Herzblut" oder in "Momentaufnahmen", bezweifel ich. Ob ich die Adresse jemandem gebe, weiß ich noch nicht. Vielleicht findet es wer. Wer weiß?

Vielleicht schaffe ich es hier auch zum ersten Mal, ehrlich zu schreiben. Dinge rauszulassen, die ich nirgendwo anders katalysieren kann - aber ehrlich, ich glaub da nicht dran. Ich werd es wohl einfach als Plattform nutzen, Dinge zu sagen, die nicht ins "große" "Herzblut" sollen. Hier bleibt es wohl erstmal privater...

So what. Ein neuer Anfang. Wird sich etwas ändern?

Wer weiß..

...

Ein Ort zum Sammeln - Gedanken, Gefühle, aber auch vor allem Zitate, Musik, kleine Fetzen, die mir etwas bedeuten.

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